PädagogikHametner Stephan




Publikationen von MMag. Dr. Stephan Hametner



Art des Abschlusses
Dr.phil.

Sprache
deutsch

Titel deutsch
Musik als Anstiftung. Ansätze für eine Theorie und Praxis einer systemisch-konstruktivistischen Musikpädagogik.

Autor/in
Stephan Hametner

Ort
Wien

Jahr
2004

Anzahl der Seiten
520

Ausbildungseinrichtung
Musikuniversität Wien

1. Betreuer/in
o.Univ.Prof. Dr. Franz Niermann

2. Betreuer/in
ao.Univ.Prof. Dr. Karl Garnitschnig

Abstract deutsch
Musik als Anstiftung – Möglichkeiten und Chancen einer konstruktivistisch orientierten Musikpädagogik

Am Beginn meiner Überlegungen steht die Frage, welche Bedingungen hilfreich sind, den Musikunterricht an einer Schule zu einer spannenden, interessanten und begeisterungsfähigen Auseinandersetzung werden zu lassen und dies gerade in einer Zeit der kulturellen Pluralität, der ständigen Verfügbarkeit von Musik und der schwindenden Anschlussfähigkeit herkömmlicher Inhalte und Beziehungsangebote. Der Ausgangspunkt meiner Überlegungen bildet meine Überzeugung, dass Musik jedem etwas bedeutet. Musik löst in jedem, der sie hört etwas aus. Dieser Gedanke ist zentral für meinen theoretischen wie praktischen Ansatz von Musikpädagogik, den ich systemisch-konstruktivistisch nenne oder auch als eine Musikdidaktik der Anstiftung bezeichne.

Musik wird in diesem Modell als Zeichen verstanden, welches nicht nur in der Lage ist, musikalisches Handeln auszulösen oder sich mit der Inhaltsebene von Musik auseinanderzusetzen, sondern auch mit der eigenen musikalischen Sozialisation und Tradition und fremden Musikkulturen. Musik als Zeichen zu betrachten, kann aber auch dazu dienen, Interaktion und Kommunikation über Musik und in eigenverantwortlichem Arbeiten in unterschiedlichen sozialen Systemen Kreativität, Ausdruck und Gestaltung herauszufordern. Gerade weil die Wirklichkeit und die je in ihr behauptete Wahrheit bloße Konstruktionen von Beobachtern sind, kommt der identitätsbildenden Funktion dieses musikdidaktikschen Ansatzes große Bedeutung zu. Der Ansatz Musik als Anstiftung thematisiert, dass es immer Beobachter sind, an die Beobachtungen gebunden sind. Dies gilt vor allem für die persönliche, kulturelle und gesellschaftspolitische Wahrnehmung von Musik und die dazugehörigen Diskurse über Musik. Eine Didaktik der Anstiftung ist in diesem Sinne eine Theorie des Lesers bzw. des Hörers.

Ich habe in meiner Dissertation diesen Ansatz nicht nur auf einer erkenntnistheoretischen Ebene begründete, sondern auch gefragt, welche didaktischen Prinzipien und Ziele sich aus diesen Prämissen folgern lassen. Auf einer dritten Ebene, der Ebene der Handlung, habe ich schließlich konkrete Interventionen vorgeschlagen, wie dies im Musikunterricht mit Kindern und Jugendlichen umgesetzt werden könnte. Dabei habe ich Überlegungen angestellt, wie die drei Prinzipien Konstruktion, Rekonstruktion und Dekonstruktion auf musikpädagogisches Handeln bezogen werden könnten. Bewährte Übungsansätze aus der Praxis werden in die theoretischen Überlegungen eingestreut und an Beispielen dokumentiert.

Das Modell „Musik als Anstiftung“ habe ich schließlich in meinem eigenen Musikunterricht erfolgreich ausprobiert, modifiziert und weiterentwickelt.

Abstract englisch
Music as Incitement – Possibilities and Chances of a Systemic-Constructivist Music Pedagogy

At the beginning of my considerations stands the following question: Which conditions were helpful in creating an interesting, exciting and inspiring atmosphere of discussion and learning within the subject of music in a classroom setting of 20 to 36 pupils (status quo in Austria) considering a world of stylistic plurality, of permanent availability of music and of globalization of the music business? The most basic thought is my conviction that music means something for everybody. Listening to music or watching music produces something in all of us. This is the central thought for my theoretical and practical approach of music pedagogy, which I call systemic–constructivist, or a more narrative title „Music as incitement“.

In this model, music is being understood as a sign, which is able not only to provoke musical actions of all kind but also to draw the attention to the historical and cultural backgrounds of heard music. To understand music as a sign also leads to interaction and communication about music and leads pupils to responsible work in different social systems (alone, together, small groups, big groups) with the impact of provoking their creativity and expression. Because the reality and the truths which are claimed within this reality, are always the construction of an observer, this model of music pedagogy deeply impacts the formation of the pupils’ identities. To see music as incitation stresses, that observations are always bound to their observers. This is especially valid for the personal, sociocultural and political perception and observation of music and the discourses about music.

In my dissertation project „Music as Incitation – Possibilities and Chances of a Systemic-Constructivist Music Pedagogy“ I have tried to establish this model not only in a epistemological way but have also asked which didactic principles and aims can be concluded from these epistemological premises. On a third level, the level of action, I have suggested concrete interventions and how the model can be realized in everyday practice. In this respect I analyzed the three principles of construction, reconstruction and deconstruction considering the music-pedagogical action in school.
I have tried my model „Music as Incitement“ in school and have sucessfully and continuously modified and developed it with the help and thoughts of my pupils. My lecture will give you some theoretical input on this topic and will make some suggestions for a systemic-constructivist didactic of music. In a workshop I would like to demonstrate the theory in practice with the other participants of the symposium.






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