Im Jahr 1989 wurde die Lebens- und Sozialberatung als gebundenes, bewilligungspflichtiges Gewerbe eingeführt und die Voraussetzungen sowie die Ausbildung festgelegt.

Der Lehrgang hat insgesamt mindestens 584 Stunden in mindestens fünf Semestern zu umfassen und ist an einer zertifizierten berufsbildenden Ausbildungseinrichtung (§ 119 Abs. 5 GewO 1994) zu absolvieren.

Die fachliche Tätigkeit im Gesamtausmaß von 750 Stunden hat jedenfalls zu umfassen:
1. mindestens 100 protokollierte Beratungseinheiten (darunter mindestens fünf Erstgesprächsprotokolle und Prozessprotokolle über zwei abgeschlossene Beratungen) und
2. mindestens 100 nachgewiesene Supervisionseinheiten (Einzel- und Gruppensupervision), davon mindestens zehn Einzelsupervisionseinheiten.

Die Lebens- und Sozialberatungs-Verordnung (BGBL. II Nr. 140/2003 und BGBL. II Nr. 112/2006) sieht außer der Basisausbildung auch andere Zugänge zum reglementierten Gewerbe der Lebens- und Sozialberatung vor. So können etwa Personen mit Vorbildung aus anderen psychosozialen Berufen Vorkenntnisse anerkannt werden.

Diese Ausbildungswege sind in § 1 Z.2 LSB-VO angeführt:
  • Lehranstalt für Ehe- und Familienberatung oder
  • Akademie für Sozialarbeit oder eine vergleichbare Studienrichtung oder
  • Pädagogische, Berufspädagogische oder Religionspädagogische Akademie oder
  • Bildungsanstalt für Kindergartenpädagogik (Bildungsanstalt für KindergärtnerInnen) oder
  • Bildungsanstalt für Sozialpädagogik (Bildungsanstalt für ErzieherInnen) oder
  • Ausbildung im gehobenen Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege nach den Bestimmungen des Gesundheits- und Krankenpflegegesetzes, BGBl. I Nr. 108/1997 oder
  • human- oder sozialwissenschaftliche Studienrichtungen einschließlich Rechtswissenschaft, Psychologie, Pädagogik, Philosophie, Soziologie, Medizin/Humanmedizin/Zahnmedizin, Publizistik und Kommunikationswissenschaft, Theologie, oder der postgraduellen Ausbildungen zum klinischen Psychologen, zum Gesundheitspsychologen oder zum Psychotherapeuten oder Fachhochschul-Studiengang aus dem Bereich "Sozialarbeit" oder
  • psychotherapeutisches Propädeutikum gem. Psychotherapiegesetz, BGBl. Nr. 361/1990 und
die erfolreiche Absolvierung von
  • mindestens 240 Stunden "Methodik der Lebens- und Sozialberatung" und
  • mindestens 80 Stunden "Krisenintervention" und
  • mindestens 16 Stunden "Berufsethik und Berufsidentität" und
  • mindestens 16 Stunden "Betriebswirtschaftliche Grundlagen" und
  • mindestens 24 Stunden "Rechtliche Fragen im Zusammenhang mit der Lebens- und Sozialberatung" bei einer Ausbildungseinrichtung, deren Lehrgangsveranstaltung gemäß § 119 Abs. 5 GewO 1994 vom Allgemeinen Fachverband des Gewerbes genehmigt wurde (§ 5 Abs. 1), sofern diese Ausbildungsschritte nicht Teil der angeführten Ausbildungsgänge waren,
sowie der Nachweis von
  • absolvierter Einzelselbsterfahrung im Ausmaß von mindestens 30 Stunden (sofern nicht Teil des abgeschlossenen Ausbildungslehrgangs),
  • Gruppenselbsterfahrung im Ausmaß von mindestens 120 Stunden (sofern nicht Teil des abgeschlossenen Ausbildungslehrgangs),
  • fachlicher Tätigkeit gemäß § 2 im Ausmaß von mindestens 750 Stunden unter begleitender Supervision (Fallkontrolle durch eine ausbildungsberechtigte Person)


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